Große Katze, kleine Katze

Große Katze, kleine Katze

10 Unterschiede zwischen Stubenkater und König des Dschungels

Schlafen, Strecken, Blinzeln, Kratzen, Fauchen – wer Aufnahmen von großen Katzen, wie dem Löwen oder Tiger, mit denen unserer Stubenkätzchen vergleicht, wird viele Gemeinsamkeiten feststellen. Katze ist also gleich Katze? Auf keinen Fall! Neben den Größenunterschieden haben Katzen verschiedene Lebensarten, weisen untereinander andere anatomische Merkmale auf, unterscheiden sich in Fellstruktur und Färbung und haben unterschiedliche Beziehungen zum Menschen. Plüschig, flauschig, putzig, ja, aber dem ein oder anderen Kätzchen sollte man eher nicht zu nahe kommen. Doch wie kommt es dann, dass wir über 40 Hauskatzenarten seit tausenden Jahren, als treue Weggefährten schätzen?

Katze

Stammbaum

Vor über 25 Millionen Jahren lebte der direkte Vorfahre aller Katzen. Die Art Proailurus unterteilte sich in zwei Arten, eine davon in Säbelzahnkatzen, welche auf dem amerikanischen Kontinent heimisch waren und bereits vollständig ausgestorben ist. Die andere Linie bildeten die Pantherinae (Großkatzen) und die Felinae (Kleinkatzen). Die Unterteilung ist bis heute geblieben und bezieht sich auf das Verhältnis der Verwandtschaft untereinander. Übrigens die größten „Kleinkatzen“ sind der Puma und der Gepard, woran das festgemacht wird, erfahrt Ihr später. Zu den Großkatzen zählen natürlich Riesen wie der Löwe, Tiger und Jaguar.  Die Falbkatze ist der Vorfahre unserer Hauskatzen. Sie lebt in Afrika und gehört zu den Wildkatzen und ebenfalls zu der Unterfamilie der Kleinkatzen. Dank ihr leben wir Menschen schon seit über 10.000 Jahren mit unseren Stubentigern zusammen. Im Vergleich, mit Hunden seit über 30.000 Jahren. Heute sind erneut einige Katzenrassen vom Aussterben bedroht. Schuld sind die schwindenden Lebensräume und dadurch der Mangel an Futter. Außerdem werden Raubkatzen immer noch gejagt, erlegt und illegaler sowie legaler Handel mit ihren Körperteilen betrieben. Der König der Wälder, bald nur noch ein Märchen aus längst vergangenen Tagen?

Rudel

Sind Katzeneinzelgänger oder Rudeltiere? Beides! Auch wenn der Hauskatze nachgesagt wird, sie sei ein Einzelgänger, ist dies nie 100% bewiesen worden. Wer selber mehrere Katzen hat, kann mit Sicherheit bestätigen, dass gegenseitiges Putzen, Kuscheln und das offensichtliche Trauern nach dem Tod des Gefährten, ganz und gar nicht nach Einzelgänger aussieht. Dennoch, die meisten Katzenarten brauchen kein Rudel, um zu überleben, so auch Großkatzen wie der Tiger, Leopard und Jaguar. Anders sieht es bei den Löwen aus. Sie leben in Rudeln mit mehreren Weibchen und ein bis zwei Männchen. Die Weibchen beschaffen gemeinsam die Nahrung und kümmern sich um die Jungtiere. Die Männchen beschützen das Rudel und fressen Jungtiere, wenn die Mutter nicht aufpasst, nur um neue zeugen zu dürfen. Dadurch ist der Löwe sich selbst der größte natürliche Feind, noch größer als der Mensch durch Wilderung und Zerstörung der Lebensräume.

Katze

Putzen

Katzen sind sehr reinlich. Über drei Stunden am Tag verbringen sie damit sich sauber zu schlecken und ihr Fell zu pflegen. Während Hauskatzen ihren gesamten Körper reinigen, sind Großkatzen eher Schmutzfinken: Ab und zu werden mal die Vorderpfoten abgeleckt, das war es dann aber auch mit Duschen.

Wasserscheu

Katzenwäsche oder Wasserratte? Beides? Die meisten Katzen sind wasserscheu. Main Coons, eine große Hauskatzenrasse, hingegen sind für ihre Wasserliebe bekannt. Manche Hauskatzen kann man beim Eintauchen der Pfötchen in den Wassernapf und dem anschließenden Waschen beobachten, ein komplettes Bad dagegen wäre undenkbar. Ganz im Gegensatz zum Tiger, der ein hervorragender Schwimmer ist und sich gerne im Wasser aufhält, um sich abzukühlen.

Lebensweise

Alle Katzen sind Schleichjäger. Sie pirschen sich an, jagen los und erlegen die Beute mit einem gezielten Todesbiss in den Nacken. Doch genau hier liegen einige Unterschiede, die Pupillen (unten dazu mehr), entscheiden beispielsweise über das genaue Jagdverhalten. Doch jeder Katze liegt die Lust am Jagen, manche behaupten sogar, die Lust am Töten, in den Genen. Schon bevor sich das erste Katzentier vor über 10.000 Jahren vom Menschen domestizieren lies, und sich dadurch ein einfacheres Leben ermöglichte, waren Feliden schlaue Tiere. Sie ließen sich nie als Arbeitstier halten, ließen sich nicht gänzlich zähmen und sind bis heute in vielerlei Hinsicht unkooperativ geblieben. Der entscheidende Unterschied in der Lebensweise, liefert die Frage nach einem Leben mit Mensch oder ohne. Welches Stubenkätzchen muss heute noch Mäuse fangen, um zu überleben, oder tagelang nach Futter suchen? Eine Hauskatze wird in freier Wildbahn nicht älter als drei Jahre. Der Preis, den die Katze bezahlt hat, als sie eine Verbindung mit dem Menschen eingegangen ist. Mit einer Großkatze zusammen zu leben, abends auf dem Sofa zu kuscheln, und das Fell zu bürsten, ist (mit wenigen prominenten Beispielen) und denkbar und unmöglich. Großkatzen brauchen den Menschen nicht … außer zum Frühstück.

Schnurren

Hier kommen wir zum entscheidenden Unterschied zwischen Großkatze und Kleinkatze. Wer schnurrt, wer brüllt? Ganz einfach: Das Zungenbein ist bei allen Kleinkatzen verknöchert. Dies erlaubt dieser Unterart beim ein- und ausatmen zu schnurren. Auch wenn noch nicht vollständig bewiesen wurde, ob wirklich die Elastizität beziehungsweise Verknöcherung des Zungenbeins über schnurren oder nicht schnurren entscheidet, ist dies die gängigste Theorie. Andere Theorien beziehen sich auf den Kehlkopf, die hintere Hohlvene oder die Stimmbänder, die angeblich die Vibrationen auslösen. Die größte Kleinkatze, die schnurren kann, ist übrigens der Puma.

Brüllen

Fakt ist, das Zungenbein ist bei allen Großkatzen elastisch und macht dadurch die Definition in Groß- und Kleinkatze aus. Doch neue Studien versuchen einen Zusammenhang zum Brüllen zu widerlegen. Angeblich spielt auch hier der Kehlkopf, dessen elastisches Gewebe und die Beschaffenheit der Stimmlippen eine Rolle.
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Fell

Noch ein Unterschied zwischen Großkatzen und Kleinkatzen, ist die Fellzeichnung. Denn alle Großkatzen weisen Flecken auf. Ja, auch der Löwe, auch wenn es auf den ersten Blick anders scheint. Der Tiger hat keine Flecken? Doch, denn die Streifen sind Flecken in verlängerter Form.

Zähne

Katzen haben normalerweise 30 Zähne, 14 Untere und 16 Obere. Das Katzengebiss ist hochentwickelt und ermöglicht ihnen das Zerreißen und Zerkauen von Fleisch. Katzen sind reine Fleischfresser, auch wenn das die Futtermittelindustrie leider anders sieht. Geld regiert das Katzenfutter! Doch auch bei den Beißerchen gibt es ein paar Unterschiede: Der Nebelparder hat die längsten Fangzähne aller Katzen mit rund 5 cm Länge. Tigerzähne sind besonders stark und scharf. Der Luchs hat nur 28 Zähne, dafür sind sie messerscharf, mit Dolchrillen an den Eckzähnen. Der ausgestorbene Smilodon, Säbelzahntiger, hatte 17 cm lange Eckzähne.

Augen

Das typische Katzenauge mit senkrechten Pupillen kennt jeder. Doch habt Ihr euch die Augen von Löwen, Tigern und Manuls (Kleinkatze aus Zentralasien) schon einmal angeschaut? Diese haben runde Pupillen. Der Grund könnte das Jagdverhalten sein. Katzen mit runden Pupillen lauern nicht auf ihre Beute, sondern hetzen sie bis zur Ermüdung.

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