Tritt-nicht-auf-eine-Biene-Tag

Was das Bienensterben für uns bedeutet

Die Biene ist eines der wichtigsten Nutztiere unserer Erde. Bei 20 Millionen bestäubten Blüten pro Tag die ein ganzer Bienenschwarm zusammen schafft, sind sie echte „Workaholics“. Ihr arbeitsreicher Alltag ist ein Grund für ihr kurzes Leben von höchstens 35 Tagen.  Doch leider nicht der einzige. Das stetige Schwinden unserer Bienenvölker weltweit liegt nicht nur an ihrem intensiven Tagesprogramm, sondern an unserer modernen Welt. Den heutigen Tritt-nicht-auf-eine-Biene-Tag können wir als Anlass nehmen uns mehr mit den schwarz-gelben Brummern und ihrer Bedeutung für uns zu beschäftigen.

Drastischer Rückgang

Das weltweite Bienensterben nimmt mancherorts dramatische Ausmaße an. In den USA ist die Anzahl der Bienenvölker in den letzten Jahren um rund ein Drittel zurückgegangen. In China trifft man gebietsweise überhaupt keine Bienen mehr an. Und auch in Mitteleuropa leben heute rund ein Viertel weniger Bienenvölker als noch vor 30 Jahren.

Seit über 50 Millionen Jahren bestäubt die Biene Pflanzen auf dieser Erde und trägt so maßgeblich zum Erhalt unseres Ökosystems bei. Die Symbiose zwischen Bienen und Pflanzen schafft Nahrung für die Bienen selbst, Bestäubung für die Pflanzen, zahlreiche Insekten, Vögel und den Menschen. Das ist nicht nur ein schönes Bild. Pflanzen sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen, um ihre Pollen zu verbreiten. Das betrifft vor allem ein- und zweijährige Pflanzen. Doch auch Hummel, Schmetterling und andere Insekten nehmen einen wichtigen Platz in diesem Kreislauf ein. Rund 20% aller Wild- und Nutzpflanzen wachsen dank ihnen. Der Rest lebt dank der Honigbiene. Eine Nutzpflanzen existieren nur wegen der Bestäubung durch die Bienen. Ohne Biene kein Kakao, keine Vanillie.

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr.“ Albert Einstein

Biene

Mehr als Honig: Die Biene als Nahrungsmittellieferant

Ein seit Jahrtausenden währendes Miteinander zwischen Mensch und Honigbiene ist in Gefahr und damit auch die Bestäubung blühender Nutzpflanzen: „Ein Drittel von allem, was wir essen, gäbe es nicht ohne die Bienen“, heißt es in dem preisgekrönten Film „More than Honey“, in dem sich der Schweizer Regisseur Markus Imhoof auf die Suche nach den Ursachen des Bienensterbens begibt. Der Kollaps vieler Bienenvölker ist kein Mysterium, wie es vielleicht zuerst erscheinen mag. Er hat handfeste Auslöser: Die industrielle Nutzung ist schuld. In  den USA etwa werden 1,5 Millionen Bienenvölker quer durchs Land von Saison zu Saison, von Plantage zu Plantage gefahren. Pestizide, mangelnde natürliche Nistplätze, Stress, Inzucht und aggressive Parasiten wie die Varroa-Milbe sorgen für das Bienensterben.

Gibt es noch Hoffnung für die Biene?

Nur in Australien scheint die Welt noch halbwegs in Ordnung. Außerhalb Westaustraliens leben die Bienen mittlerweile nur noch in menschlicher Obhut, wo eine Haltung ohne Medikamente nicht mehr denkbar ist. In Australien wurde die Europäische Honigbiene ursprünglich mit den ersten Siedlern eingeführt, um die blühenden Nutzpflanzen zu bestäuben. Diese

Bienen haben sich zum Teil selbständig gemacht und leben nun unabhängig von Imkern im Busch, etwa in Baumhöhlen. Diese verwilderten Bienen sind ein Glücksfall, weil sie viele Agrarpflanzen gratis bestäuben; auch dort, wo kein Imker hinkommen würde. In gewissen Teilen Australiens bestäuben sie zuverlässig seltene einheimische Arten, was deren Verbreitung fördert. Aber letztlich kann ein Bienensterben auch bei den wilden Bienenvölkern nicht völlig ausgeschlossen werden, weil nicht flächendeckend überprüft werden kann, wie es um sie steht.

Biene

Was können wir gegen das Bienensterben tun?

Großkonzerne, Pestizide, Industrie, Felder und Wiesen im Wandel. Diese und noch mehr Gründe scheinen zu groß und zu vielfältig zu sein, um als einzelner, kleiner Mensch etwas für unsere Bienen und somit nachhaltig etwas für unsere Umwelt und schließlich den Erhalt unserer Natur tun zu können. Doch das stimmt nicht ganz. Jeder kann seinen Teil dazu beitragen. Einen kleinen Teil, der in seiner Gesamtheit und gemeinsam groß ist.

  • Ob Balkon oder Garten, pflanze bienenfreundliche Blumen. Aus meiner Erfahrung kann ich vor allem eine üppig blühende Oregano Pflanze empfhehlen. Da tummelt sich allerhand Brummervolk von Biene, Wespe und Hummeln, lockt aber auch Schmetterlinge und andere Insekten an. Eine leckere Pflanze für Mensch und Insekt.
  • keinen Importhonig kaufen. Stattdessen regionale Imker unterstützen
  • Insektenhäuser aufstellen und so Nistmöglichkeiten bieten
  • Biolebensmittel, regional und saisonelle Produkte kaufen, die ökologisch angebaut wurden
  • Honiggläser ausspülen, um Krankheiten wie der amerikanischen Faulbrut (AFB) vorzubeugen, die für ganze Bienenstöcke tödlich ist.
  • Imker können ihre Drohnenbrut an Wildvogelstationen spenden. Diese wird für die Aufzucht von Jungvögeln benötigt, da sie viele Proteine liefert. Die Wildvogelhilfe Rhein-Sieg freut sich immer über Spenden aus der Region. Frag bei regionalen Vogellauffangstationen nach, bevor die Brut entsorgt wird, ob und wie viel benötigt wird. Da sie eingefroren wird, ist sie lange haltbar und kann über mehrere Monate verfüttert werden.

 

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